| WOW | Der Weg der Drachen
Der Weg der Drachen | Teldrassil
Der Morgen war jung. Frühnebel waberte zwischen den hohen Bäumen, die ersten Sonnenstrahlen schienen durchs Geäst. Einige wenige Vögel waren schon wach und begrüßten zwitschernd den Tag.
Njeri erwachte in ihrem Raum auf dem altehrwürdigen Baum Aldrassil im Waldland Teldrassil. Die junge Druidin hatte geträumt. Der Traum war ein alter Bekannter der sie immer mal wieder heimsuchte des Nachts. In den letzten Wochen allerdings immer öfter. Es war kein schöner Traum. Er war voll Krieg, Blut und Tod.
Die Geißel hatte die Welt heimgesucht. Sie setzte ihren Marsch durch Azeroth fort und verheerte auf ihrem Weg alles Leben. Ob Allianz oder Horde – sie machte keinen Unterschied. Und vor nichts und niemandem Halt. In ihrem Traum stand Njeri inmitten eines großen Schlachtfeldes. Jede Rasse der Welt hatte Verluste zu beklagen und ihre Leichen lagen um sie herum, überströmt von Blut. Tauren, Elfen, Orks, Menschen – alles was lebte war nun Tod. Grüne, giftige Wolken umwaberten das Todesfeld und der Kampf ging weiter, nur die Front verschob sich immer weiter.
Auf einmal spürte Njeri einen eiskalten Luftzug in der drückenden und stickigen Luft des Schlachtfeldes und sie hörte eine leise, eindringlich sprechende Stimme: „Hier, Druidin, siehst du einen Vorgeschmack dessen was wir in der Lage sind zu vollbringen.“
Njeri drehte sich um. In der Ferne sah sie etwas geisterhaft leuchtendes auf sich zu schweben. Sie starrte wie gebannt auf die Gestalt, konnte den Blick nicht abwenden. Je näher der Geist kam desto kälter wurde ihr. Aber auch der Geruch von Blut und Tod wich genauso wie der Gestank der Seuche. Alles machte etwas völlig geruchlosem Platz. Als das Wesen näher kam erkannte Njeri was sie vor sich hatte. Es war ein Lichkönig und ihr wurde bange. Mächtige, finstere Geisterwesen waren dies. Einst Menschen, hatten sie nun alles was menschlich war eingebüßt. Als der Lich vor ihr zum stehen kam beugte er sich ein Stück zu ihr herunter und flüsterte eindringlich mit tonloser Stimme: „Ich bin Kel’Thuzad, ich bin die Seuche und ich bin der Tod. Und wir werden kommen. Azeroth wird unser sein mit allem was auf der Erde wandelt.“ Ein heiseres Lachen drang aus seiner Kehle.
Immer an dieser Stelle wurde Njeri wach. Oft auch schweißgebadet. Sie hatte diesen Traum seit vielen Jahren und ihn schon oft mit ihrer Mutter – einer weisen Druidin die einst mit dem Erzdruiden Fandral Staghelm gegen die Seuche gekämpft hatte – beredet. Sie hatten nichts beschlossen bisher aber beide wussten das Njeri ausziehen musste in die weite Welt. Vielleicht sogar früher als gewohnt und Neriell lieb war. Aber da der Traum in letzter Zeit immer öfter ihre Nächte heimsuchte wollte Njeri unbedingt mit ihrer Mutter reden. Sie spürte, dass es nun doch Zeit wurde auszuziehen um vielleicht die Bedeutung ihres Traums zu finden. Hier in der friedlichen Heimat Teldrassil würde er vermutlich nicht an ihre Tür klopfen. Njeri war bereit dazu – ihre Ausbildung zur Druidin war beendet und sie wusste alles was ihre Lehrer ihr hier beizubringen vermochten.
Sie stand auf und zog sich ihr Gewand über. Sie ging zum Schrank und schaute sich ihre lederne Schlachtrüstung an und fragte sich wann sie das Stoffgewand dagegen eintauschen würde. Leise schloss sie die Schranktür und schaute zu dem anderen Bett in ihrem Raum in dem ihre kleine Schwester Lillim schlief. Während Njeri auf ihre Mutter kam und ihrem Weg folgte, war Lillim das geistige Ebenbild ihres verstorbenen Vaters. Sie würde wie er zu dem stolzen Volk der Jäger gehören. Sie wären unzertrennlich wenn er nicht bei einem Scharmützel von einer Gruppe Hordler in den Östlichen Pestländern hinterrücks ermordet worden wäre. Seine Gefährtin Namani – eine stolze weiße Tigerin – hatte ihm nicht helfen können und kehrte einsam und allein und als Vorbotin der Leichenträger nach Teldrassil zurück und wich seitdem nicht mehr von Lillims Seite.
Njeri strich ihrer schlafenden Schwester kurz über die Stirn während sie von der wachsamen Namani beobachtet wurde und ging leise aus dem Zimmer.
Neriell war mit Sicherheit zu dieser frühmorgendlichen Stunde bereits wach und so ging Njeri die gewundenen Gänge nach oben um die Räumlichkeiten ihrer Mutter aufzusuchen. Njeri war noch ganz geschlaucht von dem Traum aber wie es Druidenart war sog sie ihre Kraft aus dem Stoff des Baumes als sie mit ihren nackten Füßen über die Rinde lief und mit jedem Schritt ging es ihr ein wenig besser. Oben angekommen konnte sie wieder frei atmen und so betrat sie das Zimmer ihrer Mutter.
Neriell saß auf dem Bett und blätterte in Notizen.. Sie schaute auf als Njeri die Tür öffnete und lächelte ihre Tochter an: „Guten morgen mein Kind. Was führt dich denn so früh schon zu mir? Hast du etwa wieder geträumt?“
„Ja Mutter, der Lich hat mir wieder einen Besuch abgestattet. Wie fast jede Nacht in den letzten Wochen. Und mir ist heute morgen etwas klar geworden.“ Sie machte eine kurze Pause. „Ich werde das Waldland verlassen. Irgendetwas ruft mich. Ruft mich hinaus in die Welt. Ich habe Angst vor dem was mich ruft aber ich bin auch neugierig und begierig darauf das zu sehen, was hinter unseren hohen Bäumen liegt.“
„Ich wusste dass dieser Tag bald kommen würde. Ich war nicht viel älter als du als ich unsere Heimat verließ um Azeroth zu entdecken. Wenn der Ruf nun so stark ist das dir sogar der Wunsch kommt aufzubrechen dann solltest du gehen bevor du verzagst. In den letzten Jahren habe ich dir Dinge zusammengestellt die du auf deiner Fahrt gebrauchen kannst. Tyrion, dein alter Lehrer, kann dich nicht mehr viel Neues lehren. Ich könnte dir mehr beibringen aber du musst das Wissen erfahren, erarbeiten, spüren – um es irgendwann richtig einsetzen zu können. Und darum musst du ausziehen – um es zu erweitern und verfeinern.“
„Kannst du mir einen Rat geben wohin ich mich wenden kann? Ein erstes Ziel von wo aus ich weitersehen werde? Soll ich in die Hauptstadt gehen?
„Hauptstadt? Ja aber nicht Darnassus. Sie liegt zu abgelegen um mit Fluss der Zeiten zu schwimmen. Als erstes Ziel nenne ich dir Ironforge. Es ist die Hauptstadt der Zwerge in den hohen schneebedeckten Bergen Dun Moroghs. Ironforge ist das Herz der Allianz, unsere größte und belebteste Handelsmetropole.
Suche nach Armon und Khórik wenn du durch die Pforte trittst. Sie sind zwei alte Freunde von deinem Vater und mir. Sie kämpfen mit vielen anderen Gefährten unter dem Banner des Drachen und nennen sich Dráconis. Sie haben dich kennengelernt als du noch an meiner Brust lagst und wissen dass du sie irgendwann aufsuchen wirst. Sie werden dich in ihre Gemeinschaft aufnehmen und sich um dich kümmern und dir helfen deinen Weg zu finden. Die beiden sind die Führer der Drachen. Wende dich an sie. Elf und Zwerg“ Neriell lachte leise „Jäger und Paladin. Unterschiedlicher ginge es kaum und wahrlich ein komisches Paar aber sie sind unzertrennlich und teilen viele Narben.“
Njeri nickte und sprach: „Wenn ich mich auf den Weg mache – kann ich dann eine der Karten aus der Bibliothek mitnehmen?“
Neriell antwortete: „Ist nicht nötig mein Kind. Eine von mir mit den Jahren angefertigte liegt bei den Sachen die ich dir zusammengestellt hab.“ Sie stand auf und ging zu einer Truhe an der gegenüberliegenden Wand. Heraus holte sie einen Rucksack und ihren alten Stab. Sie kam zurück zum Bett setzte sich neben ihre Tochter und drückte ihr beides in die Hände.
„Nimm meinen alten Gefährten mit dir. Ihm ist zu langweilig hier selbst auf seine alten Tage. Er möchte nicht mehr an der Wand stehen, er möchte wieder hinaus in die Welt.“ Sie fuhr mit der Hand noch einmal über ihren Stab. „In dem Rucksack findest du Karten Azeroths, grob und fein. Der Stein der dich nach Moonglade bringen wird, Kleidung für warme und kalte Tage, und einige kleine Schmuckstücke die du tragen kannst und die ab nun dir gehören.“
Njeri lächelte. Die Reiselust hatte sie gepackt. Die Neugier ließ den Traum verblassen zu einem Schatten seiner selbst werden.
„Ich danke dir Mutter. Ich werde alles in Ehren halten. Ich breche heute noch auf denke ich. Es zieht mich fort.“
Neriell blickte in die Augen ihrer Tochter und sah Spannung und Vorfreude darin glänzen.
„Dann werde ich in die Küche gehen und veranlasse das Reiseproviant zusammen gepackt wird. Verabschiede dich derweil von deiner Schwester und deinen Lehrern. In einer Stunde treffen wir uns in der Eingangshalle. Wenn du wirklich aufbrechen willst dann tue dies früh. Der Tag wird warm werden und der Weg ist weit.“
Njeri nickte und umarmte ihre Mutter. Dann machte sie sich auf den Weg in ihr Zimmer um ihre Kampfrüstung zu packen und sich von ihrer Schwester zu verabschieden. Lillim müsste eigentlich schon bei ihrem Lehrer sein aber Njeri vermutete das sie immer noch friedlich schlummernd im Bett lag.
Und so stellte es sich dann auch heraus als Njeri das Zimmer betrat. Allerdings schien sie nicht mehr fest geschlafen zu haben den sie drehte sich um als sie die Tür hörte und rieb sich müde die Augen. Ihr Gesicht zeigte leichte Anflüge von Schuldbewusstsein als sie ihre Schwester sah.
„Keine Sorge kleine Schwester“ Njeri zwinkerte „Ich schimpfe nicht. Ausnahmsweise bin ich froh das du deinen Unterricht verschläfst denn ich möchte dir etwas sagen.“
„Was ist denn los?“ fragte Lillim beunruhigt.
„Ich werde heute unsere Heimat verlassen und mich auf den Weg nach Ironforge machen, in die Hauptstadt der Zwerge. Es ist Zeit für mich aufzubrechen und meinen Weg außerhalb unseres ruhigen Landes zu finden.“
„Wie lange wirst du weg sein? Kann ich mit dir kommen?“
„Nein du kannst nicht mitkommen aber irgendwann wird es auch für dich soweit sein. Du hast noch viel zu lernen bevor du aufbrichst. Wie lange ich wegbleibe kann ich dir nicht sagen. Vielleicht nur ein halbes Jahr, vielleicht 10 Jahre. Aber wir bleiben in Kontakt. Es gibt die Post und die Tiere sind unser beider Freunde.“ Bei den Worten streichelte Njeri Namani auf Lillims Bett die auch gleich an zu schnurren fing was bei ihrer Größe aber eher einem Grummeln glich. „Und in ein paar Jahren folgst du mir und dann ziehen wir gemeinsam durch Azeroth.“
Auf einmal hörten die beiden von unten ein leises, aber sehr eindringliches Rufen was sehr nach Lillims Namen und der Stimme ihres Lehrers klang.
„Kleine Schwester, ich glaube da hat jemand Sehnsucht nach dir.“, zwinkerte Njeri.
„Wenn ich jetzt runtergehe sehen wir uns nicht mehr!“, protestierte Lillim.
„Ich muss sowieso bald aufbrechen und vorher wollte ich mich von Tyrion verabschieden. Steh auf kleine Schwester, zieh dich an und schnapp dir deinen Bogen. Und danach lass dich von mir umarmen. Noch bevor ich von Auberdine aufbreche hast du Nachricht von mir. Ich verspreche es!“
Als Lillim angezogen war, stand Njeri auf, nahm ihren kleinen Dolch vom Gürtel und drückte ihn der Schwester in die Hand: „Ich schenke ihn dir. Behandle ihn gut und er wird dir treue Dienste leisten“ Sie umarmten sich. Die Rufe von unten kamen immer näher.
„Höre auf deine Lehrer und auf dein Herz. Möge die Kraft der Natur immer mit dir sein, kleine Schwester.“
„Und möge die Macht aller guten Wesen dich auf all deinen Wegen begleiten!“ Lillim schaute traurig während sie das sagte.
Auf einmal wurde die Tür aufgerissen und Arion stand im Zimmer – Lillims gestrenger Lehrer – und schaute sehr launisch zu den beiden Mädchen rüber und räusperte sich.
„Verzeiht verehrter Arion, ich habe Lillim aufgehalten. Ich breche heute von zuhause auf und da wollte ich mich von ihr verabschieden.“
„Na dann hat sie wenigstens heute mal eine gute Entschuldigung“, brummte Arion da. „Wenn du heute aufbrichst wünsche ich dir alles gute für deinem Weg kleine Njeri. Lass dich von deinem Herzen lenken bei deinen Entscheidungen die du wirst fällen müssen auf deinem Weg.“ Er verbeugte sich „Die Natur möge über dich wachen. Und du junges Fräulein bist in einer Viertelstunde unten. Ich erwachte dich gerüstet und bereit“ fügte er mit einem grollenden Seitenblick auf Lillim hinzu und verließ den Raum.
Die beiden Schwestern umarmten sich ein letztes Mal und versprachen sich, sich niemals aus den Augen zu verlieren. Und so machte Njeri sich auf die Suche nach ihrem alten Lehrer den sie aber leider nirgendwo fand. Sie legte ein altes Buch welches Sie von ihm geliehen hatte auf seinen Tisch in der Bibliothek und schrieb ein einfaches „Danke“ auf einen Zettel welchen sie neben das Buch legte.
Eine Stunde später hatte sich Njeri von allen verabschiedet und ging auf Ihre Mutter zu die geduldig in der Halle wartete. Neriell überreichte ihr den Rucksack mit Njeris wenigen Habseligkeiten die mit auf die Reise gehen sollten. Njeri erzählte ihrer Mutter, dass sie Tyrion nicht erreicht habe und bat sie, ihm Nachricht zu geben.
“Ich werde es ihm ausrichten mein Kind. Mache dir nur keine Sorgen. Er wird es verstehen.“, sie lächelte ihrer Tochter sanft zu. „Aber Kind du solltest dich auf den Weg machen. Die Sonne steigt schon höher. Der Proviant in deiner Tasche wird bis Auberdine auf Kalimdor reichen. Dort kannst du dich dann weiter versorgen. Und nun mein Kind noch ein paar letzte Ratschläge: Wenn du Ironforge erreicht hast, suche das Wappen mit der Drachenkralle auf der Brust. Weiß auf schwarzem Grund. Suche Armon und Khórik und sie werden dich freudig aufnehmen. Dráconis war einmal meine Familie und wenn du nichts falsch machst wird sie auch zu deiner werden. Wenn du verzagst wirst du dort immer Freunde haben. Und sollten dir auch deine Freunde nicht helfen können, wende dich an die Natur. Sie wird dir immer Trost spenden. Atme die reine Luft, trinke das klare Wasser, wandel über grüne Wiesen und unter hohen Bäumen. Das wird dir Kraft geben. Auch wenn die enge Ironforges dich drückt – es liegt zwischen hohen, alten Bergen und tiefen Tälern. Die Natur ist überall.“ Sie küsste ihre Tochter auf die Stirn und sprach den Segen der Druiden: “Möge die Kraft der Tiere, und die Macht von Himmel und Erde immer bei dir sein.“
„Und mit dir Mutter.“ Njeri verbeugt sich tief vor Neriell. „Ich gehe wohl besser los sonst erreiche ich Auberdine heute nicht mehr. Und ich will morgen früh die Fähre nehmen nach … wie hieß der Ort? Meine … Mene … Menethil.“
“Ich sehe du hast die Karten gelesen“, lächelte da ihre Mutter „Dann mach dich auf den Weg und verliere nie dein Ziel aus den Augen.“
Sie umarmten sich und Njeri schritt los. Raus aus der Halle, hinaus auf den Weg der sie an die Küste bringen sollte. Sie drehte sich nicht nach Ihrem zuhause um. Sie wollte nach vorn blicken.
Die Straße nach Darnassus | Dolanaar
Der Morgen versprach noch schöner zu werden als er schon war. Die Vögel zwitscherten, im Unterholz sah man Rehe grasen. Die Sonne lächelte durch die dichten Kronen der Bäume und schickte einzelne diffuse Strahlen zu Boden die wie tanzende Irrlichter aussahen. Es roch nach feuchtem Erdreich, holziger Rinde und jungem Gras. Die Welte blühte im Angesicht des jungen Morgens auf und begrüßte den Tag.
Njeri schritt kräftig aus. Die Straße war nach elbischer Art nur mit vereinzelten Steinen befestigt. Dazwischen schauten Erde und Pflanzen hervor. Durch die dünnen Sohlen ihrer Schuhe spürte sie den Wechsel zwischen hart und weich und sie genoß ihn. Bedeutete es doch unterwegs zu sein. Sie hatte nicht geahnt das ihre Sehnsucht nach der großen weiten Welt doch so groß war. Aber jetzt wo sie ihren Geruch verspürt hatte wußte Njeri das sie nichts mehr in der Enge der heimatlichen Insel halten würde. Es würde immer ihre Heimat bleiben und sie liebte sie aber sie musste raus.
Und so wanderte sie durch den Wald bis sie auf einmal vor sich Stimmen hörte. Sie beschwor die Macht der Katze und verwandelte sich. Weiße Haut wurde zu glattem schwarzem Fell, aus ihren Händen und Füßen wurden Tatzen mit scharfen Krallen und aus ihrem Gesicht das einer Katze. So schlich sie sich auf allen vieren weiter. Die Stimmen kamen näher und sie machte sich für ihre Umwelt unsichtbar und verschwand im Gebüsch während sie weiter voranging. Hinter einer Kurve kam auf einmal ein seltsames Paar in Sicht. Ein Mensch in schwerer Rüstung redete auf einen elfischen Kurier ein, der wie es schien gerade auf dem Weg von Dolanaar nach Aldrassil war. Der Mensch benutzte die Gemeinsprache und der Elf schaute ein wenig gehetzt drein und schüttelte immer wieder den Kopf als würde er nicht verstehen was der Mensch wollte. Dieser hantierte beinahe mit Händen und Füßen um sich verständlich zu machen. Njeri schmunzelte in sich hinein und als sie die beiden erreicht hatte, wechselte sie in ihre elfische Gestalt zurück und wurde sichtbar.
Der Elf der solcherlei Gebahren wohl gewöhnt war schaute nur ein wenig überrascht während aber der Mensch sichtlich erschrocken zurücksprang. Njeri wandte sich an den Kurier und fragte auf elfisch:"Kann ich euch beiden irgendwie helfen?"
"Oh ja Herrin. Dieser Mensch redet seit 10 Minuten auf mich ein und ich verstehe ihn einfach nicht. Er scheint nur die Gemeinsprache zu beherrschen derer ich leider nicht kundig bin. Ich bin doch nur ein kleiner Kurier!" Er schaute regelrecht verzweifelt.
"Geh ruhig weiter und überbringe deine Nachrichten ich kümmere mich um ihn."
"Danke Herrin! Ich bin eh schon zu spät!" Sprachs, verbeugte sich und lief los.
Njeri schaute zu dem kräftig gewachsenen Menschen leicht belustigt herüber der seinerseits verblüfft dem Kurier hinterher sah. Dann wand sich sein Blick auf die junge Elfe. "Hallo", sagte er zaghaft "Könnt ihr mich verstehen? Und wenn ja würdet ihr mir helfen?"
"Natürlich kann ich euch verstehen und wenn ihr mir sagt wobei ihr Hilfe benötigt werde ich mein Bestes tun." lächelte sie verschmitzt.
er atmete laut hörbar auf und fing an zu erzählen. Er sei am Abend vorher in Rut'theran an Land gegangen und hätte in Darnassus in einem Gasthaus übernachtet. Heute sei er früh aufgebrochen denn ein eiliger Auftrag schicke ihn zum Erzdruiden aber leider habe er sich verlaufen.
Während er erzählte betrachtete Njeri den jungen Mann. Und dabei fiel ihr sein Wams ins Auge und die Worte ihrer Mutter kamen ihr wieder ins Gedächtnis "... weiße Klaue auf schwarzem Grund...". Kaum zu glauben! Dort vor ihr prangte es auf der Brust dieses jungen und redseligen Menschen. Keine 2 Fußstunden von ihrer Heimat entfernt. Es lief ihr einfach über den Weg. Sie war verblüfft aber beschloss erst einmal abzuwarten.
"Wenn du unseren Erzdruiden suchst wärest du in Darnassus besser aufgehoben gewesen. Du bist zu weit gelaufen.", erklärte sie ihm. "Aber wenn du magst können wir zusammen nach Darnassus zurück denn auch mein Weg führt dorthin." Sie neigte sich ein Stück nach vorne und stellte sich vor:"Mein Name ist Njeri, Druidin des Waldlandreiches. Darf ich deinen Namen wissen?"
"Halderoth ist mein Name, Krieger aus Stormwind, der Hauptstadt der Menschen und Kämpfer der Gilde Dráconis." Innerlich jubelte Njeri aber noch wollte sie es nicht ansprechen. "Auf dem Weg hierher müsstest du durch ein kleines Dorf gekommen sein. Dolanaar?"
"Nein ich bin durch das Gebüsch gelaufen weil ich nach Zinn und Silberablagerungen Auschau gehalten hab. Ich bin schmied und kann das gut gebrauchen. Was aber wahrscheinlich dazu geführt hat das ich mich verlaufen hab.", fügte er resigniert hinzu. "Du glaubst gar nicht wie froh ich war als ich den Jungen von eben getroffen hab. Ich dachte ich würde nie wieder auf Menschen oder ähnliches treffen."
"Das glaube ich dir gerne. Unsere Wälder sind tief und alt. Gut das du die Straße wiedergefunden hast. Wir haben auch Waldbewohner die nicht so nett zu anderen Lebewesen sind."
"Ich weiß. So eine getigerte Nachtkatze hat mich heut nacht angegriffen. Aber ich konnte sie zum abhauen überreden." Er zwinkerte. "Zum Abschied hat sie mir noch ihre Krallen über die Hand gezogen. Aber das geht schon."
Njeri betrachtete seine dargehaltene Hand, nahm sie in ihre eigene und legte die andere Hand darüber. Zwischen ihren Händen erschien grünliches Licht und Wärme breitete sich aus. Als sie seine Hand freigab waren keine Striemen mehr zu sehen.
"Folge mir, wir gehen frühstücken.", sagte sie und schritt kräftig aus.
Halderoth schaute noch auf seine Hand, drehte sie vor und zurück und dann - als wäre er gerade erwacht - lief er hinter ihr her.
Nach geraumer Zeit sahen sie die ersten Häuser von Dolanaar auf sie zukommen. Njeri ging geradewegs ins Gasthaus, ließ sich ein Brot, zwei Äpfel und einen Krug frischer Milch geben und verschwand durch die Hintertür. Halderoth folgte ihr und sah sie draußen im Gras sitzen und "den Tisch" decken. Während sie aßen unterhielten sie sich über dies und das und Njeri erzählte von ihrer Mutter und den Ratschlag die Gilde der Drachen zu suchen. Er hatte von Neriell gehört und erzählte bereitwillig von seinen Gefährten. Armon und Khórik waren die Anführer der tapferen Gemeinschaft. er erzählte von Shugin,Yin und Ilyrion, drei Schurken die ihre Waffen perfekt beherrschten, von Mondra und Pippon - zwei mächtige Hexenmeister, von Glamdring und Rawen - 2 jungen Druiden und von Shayra der Gefährtin Armons die ebenfalls Druidin war. Er erzählte von den beiden Cousins Golgothor und Dungon, Brüder der Waffen - der eine ein Paladin der andere Krieger. Djavo, ebenfalls Krieger und hinter jedem Rock her. Ragnarak ein mächtiger Magier und von vielen mehr erzählte er Njeri. Er sagte das die Gefährten meist weit über Azeroth verstreut waren. Aber ab und an träfen sie sich zu Versammlungen wieder und in Ironforge sei immer der ein oder andere zu finden. Im Gildenhaus zwischen der großen Schmiede und dem Magierviertel.
Njeri hörte ihm gespannt zu und ihre Augen glänzten. Sie redeten noch eine Weile weiter und als sie fertig gegessen hatten machten sie sich auf, die letzte Etappe nach Darnassus zu meistern.
Darnassus - die Hauptstadt
Während es auf den Mittag zuging und die Sonne langsam ihren Zenit erreichte kamen die gewaltigen Tore Darnassus' auf die Elfe und den Menschen zu die zügig ausschritten. Sie hatten sich während ihrer Wanderung ausgiebig unterhalten. Vor allem über Dráconis aber auch über alltägliches. Von ihrem Traum wollte Njeri nichts erzählen. Sie wollte den angenehmen Tag nicht durch Schauergeschichten von Blut und Tod durchbrechen.
Vor dem mit Efeu bewachsenen weißen Tor inmitten zweier Hügel standen 2 Wachen. Sie strahlten Würde und Ruhe aus während sie den beiden Wanderern kurz zu nickten und sie passieren ließen. Hinter dem Tor tat sich eine riesige und weite Fläche auf. weit vor Ihnen sahen sie einen Baumwächter der leise knarzend seine Stadt bewachte. Ein paar Händler waren auf der linken Seite zu sehen die sich unterhielten. Links, rechts und weit vor Ihnen kamen Wälder von weißen Säulen zum Vorschein. Bewachsen waren sie als wären sie aus der Natur geboren. Als wären sie den Gebeinen der Erde entwachsen und nicht dort hingebaut von fleissigen Händen. Die Straße wandelte sich von dem Wildweg in eine weiße, gleißende Terrasse mit einem feinen Teppich belegt. Überall standen Wächterinnen herum. Schwer bewaffnet aber in entspannter Haltung.
Njeri und Halderoth gingen über die Kuppe der Terrasse und vor ihnen breitete sich die Hauptstadt der Elfen in ihrer ganzen Pracht aus. Grüne Inseln geteilt durch Seen und kleine Seitenarme die die Seen miteinander verbanden lag Darnassus still in der Mittagssonne. Viele kleine Pavillons und Tempel sah man wenn man auf der Erhöhung der Terrasse der Krieger dort hinunterblickte. Wenig war los zu dieser warmen Stunde. Links von ihnen und der Terrasse der Krieger tat sich das Händlerviertel auf. Daneben befand sich der Heilige Tempel der Elune - ein prächtiges Bauwerk der elfischen Priesterinnen. Links neben der Terrasse schloss sich das Handwerksviertel an und am hinteren Ende erhoben sich die hohen Bäume der Enklave des Cenarius. Unsichtbar von ihrer Postion war zwischen dem Tempel und der Enklave das Portal eingelassen welches nach Rut'theran führte. Und in der Mitte von Darnassus stand auf einer großen Insel das, was das Portal verdeckte - der Geldspeicher der Elfen. Ein riesiger ausgehölter Baum in der Form eines mächtigen Bären der grimmig dreinblickte. Fast schien es als könne er sich bewegen und würde eifersüchtig beschützen was die Elfen ihm zu behüten anvertraut hatten.
"Wir wissen nicht mehr genau wie dieser Baum entstand. Die Sage geht um, dass keine menschliche, zwergische oder elfische Hand jemals an seiner Form Hand angelegt habe. Aber das wissen nur die Altvorderen noch und sie bewahren ihr Wissen und hüten es streng.", flüsterte Njeri mit Blick auf das Ungetüm. Halderoth stand neben ihr und betrachtete es stumm.
"Komm gehen wir durch das Handwerksviertel. Ich möchte die vielen Brücken gern vermeiden. Der Weg durch den äußeren Ring ist kürzer."
Sie kamen an einem Gasthaus vorbei wo der Wirt gerade einen Elf und einen Zwerg vor die Tür gesetzt hatte. Die beiden funkelten sich böse an während der Wirt auf beide einschimpfte. Der Elf rieb sich das Schienbein und bei dem Zwerg entwickelte sich gerade ein schillerndes, blaues Auge. Njeri und Halderoth musste grinsen als sie an den dreien vorbei gingen.
"Immer dasselbe", meinte Halderoth leise zu Njeri und sie musste noch mehr grinsen.
Um sie herum war die Luft erfüllt vom Geruch frischer Kräuter und Tränke der Alchimisten, frisch-gebratenes Fleisch roch man aus einer anderen Ecke. Man hörte Webstühle ächzen und an einem kleinen Bach standen die Kürschner die gerade ihr Leder gerbten. Allerdings waren wenig Leute unterwegs und viele Fremde sah man nicht. Ein gnomischer Hexer ritt auf seinem Dämonenross an Ihnen vorbei und einen Menschen sah man bei den Scheidern stehen. Sonst zeigte sich ihnen niemand.
"Darnassus ist eine sehr ruhige Stadt. Hier ist nie viel los.", seufzte Njeri "Wir sind einfach zu abgeschieden hier. Weit ab vom Geschehen in der Welt. Aber das ist auch gut so. So kann sich die Natur frei entfalten und unsere Weisheiten werden geschützt und gehegt. Und anders wäre Darnassus nicht Darnassus."
Halderoth nickte und so erreichten sie die hohen und alten Bäume der Cenarius-Enklave. Njeri marschierte zielstrebig auf den höchsten Baum zu während sie Halderoth erzählte das der Erzdruide dort zu finden sei. Er sei ein strenger Herrscher der immer viel im Kopf hatte. Die Geschicke eines Volkes zu lenken sei ja auch nicht einfach, meinte sie. Halderoth solle sich nicht entmutigen lassen wenn Fandral ruppig sei oder abwesend. Er solle sein Anliegen flink vortragen und nicht lang drumrum reden. Bei sowas sei der Erzdruide immer ungehalten.
Sie betraten das Erdgeschoss des Baumes indem sich 3 Elfen befanden die sich leise unterhielten. Allesamt waren sie alte und weise Männer wie es schien obwohl sie freilich nicht so aussahen. Schließlich altern Elfen anders als Menschen und sind beinahe unsterblich.
Njeri verbeugte sich in der Tür und stellte sich als Novizin des Cenarius vor.
"Kommt rein mein Kind", sagte da einer der Alten. "Womit können wir euch helfen?"
Njeri trat ein und gab Halderoth einen Wink ihr zu folgen. "Mein Gefährte hier - ein tapferer Krieger aus der Hauptstadt der Menschen - erbittet Audienz beim verehrten Erzdruiden. Er hat ihm etwas mitzuteilen."
"Geht nur hinauf und versucht es. Der Meister befindet sich zur Zeit in Darnassus. Allerdings belasten ihn große Sorgen. Deswegen eilt euch wenn er euch Audienz gewährt.", sprach ein anderer der Druiden. Die anderen beiden nickten bedächtig.
Njeri verbeugte sich abermals und ging voran den Weg nach oben. Halderoth ging still hinter ihr her.
Oben angelangt blieb Njeri vor einer prächtig geschmückten, offenen Tür stehen und sank auf die Knie. Und ebenso zog sie den jungen Krieger auf die Knie herunter. Ehrfürchtig zu Boden geneigt klopfte sie an den Türrahmen und räusperte sich kurz. Im Raum dreht sich ein hochgewachsener Elf um. Er strahlte große Macht aus. Sein Oberkörper war frei, seine Beine waren gewandet in einen langen Kilt der noch die Füße bedeckte. Um den Hals trug er eine lange, schlichte kette und an seiner Seite hing ein wunderschöner Dolch. Sein Blick richtete sich streng auf seine beiden Besucher und er wartete.
"Hocherwürdiger wir wollen um eine kurze Audienz bitten. Mein Name ist Njeri und ich komme aus dem Waldlandreich hinter unserer prächtigen Hauptstadt. Und dies ist mein Gefährte Halderoth aus Stormwind, der Hauptstadt der Menschen jenseits der Meere. Er hat ein Anliegen welches ihn zu euch sante."
"Hm Novizin Njeri. Ich kenne euch. Eure Mutter ist meine alte Gefährtin Neriell habe ich Recht?" Seine Stimme war tief und hatte eine Befehlsgewohnte Tonlage aber einen weichen und bedächtigen Klang.
"So ist es Hocherwürdiger. Und hiermit möchte ich die allerbesten Wünsche und Grüße übermitteln die meine Mutter mir mit auf den Weg gab."
"Dann richte ihr meinen besten Dank aus und sage ihr das sie mich nochmal besuchen kommen soll wenn sie Zeit finden sollte."
"Ich würde es gerne ausrichten aber es ist mir nicht gegeben. Ich ziehe aus der Heimat fort und bin auf dem Weg in die Hauptstadt der Zwerge."
"Ah ist deine Zeit schon gekommen, ja? Der Fluß der Zeit zieht uns alle irgendwann mit sich. Dann wünsche ich dir auf allen deinen zukünftigen Wegen alles gute kleine Novizin." Njeri neigte den Kopf zu Boden zum zeichen des Dankes.
"Nun Krieger, womit kann ich euch weiterhelfen?"
Der Angesprochene richtete sich auf und sprach:"Alterwürdiger, ich bringe Nachricht aus Feralas zu euch auf Geheiß eines Vertrauten von euch." Bei diesen Worten zog er einen versiegelten Umschlag aus seinem Wams und reichte ihn dem Erzdruiden.
Dessen Miene erhellte sich und er nahm den Brief entgegen. Er riss ihn auf und fing an zu lesen und seine Miene verdunkelte sich wieder. "Immer mehr schlechte Nachrichten." murmelte er.
Er griff in eine Schale und nahm ein paar Münzen heraus. "Der Überbringer kann nichts für die Nachricht die er überbracht hat. Nehmt dies als Dank. Ich weiß das die fahrenden Leute immer dankbar sind für ein wenig Gold." Er gab Halderoth das Gold und während Halderoth sich dankend verneigte drehte sich Fandral Staghelm weg und ging zu seinem Tisch. Damit waren die beiden entlassen. Sie erhoben sich von den Knien und verließen leise das oberste Stockwerk.
Unten angekommen atmete Halderoth laut auf und schüttelte sich. "Furcheinflößend diese alten Wesen." sagte er und Njeri nickte.
Sie setzten sich ein Stück des Weges auf die Wiese und erholten sich ein wenig. Dabei aßen sie den Rest des Brotes und ein wenig Fleisch welches Njeri dabei hatte. Neben ihnen lagen ein paar Reittiger ruhig in der Sonne und sie haben nur kurz den Kopf als sie den Geruch des Fleisches rochen. Da sie aber gut verpflegt waren interessierte es sie nicht weiter und sie setzten ihren Mittagsschlaf fort. Ab und an kam mal ein Brummen und Grummeln aus ihrer Richtung aber zu mehr konnten auch sie sich nicht aufraffen.
Njeri und Halderoth unterhielten sich wie es weitergehen mochte. Beide mussten nach Darkshore übersetzen aber dort würden sich ihre Wege trennen. Halderoth musste zur Warsongschlucht in den Wäldern Ashenvales weiterziehen während Njeri das nächste Boot nach Menethil besteigen wollte.
Der Mittag ging in den Nachmittag über und sie machten sich wieder auf den Weg. Sie durchschritten das leuchtende Portal das sie in den Hafen Rut'theran bringen sollte und ließen Darnassus hinter sich.
Über Auberdine nach Menethil
Nachdem sie in Rut'theran aus dem Portal geschritten waren, schüttelten sie sich erstmal. Die Haut kribbelte immer so wenn man magische Grenzen beschritt!
Rut'theran lag unterhalb der hohen Steilküsten Teldrassils und war umgeben von den gewaltigen Wurzeln des Baumes Aldrassil. Dort gab es nur eine kleine Herberge, einen langen Steg für die Fähre und eine Plattform für den Meister der Hypogryphen. Und vor Ihnen breitete sich das Meer aus. Möwen kreischten über ihren Köpfen, das Rauschen der Wellen und der Brandung füllte sanft ihre Ohren. Der Geruch von Meer erfüllte die Luft. Halderoth und Njeri betraten den Steg und das alte Holz knarzte leise unter ihren Füßen. Ein Angler der an Land stand und seine frisch gefangenen Fische verkaufte hatte ihnen gesagt das die nächste Fähre bald kommen würde und so setzen sie sich auf den Steg, ließen die Beine baumeln und genoßen die nachmittägliche Sonne und die salzige Brise die ihnen in die Nase wehte.
Njeri kam es gar nicht mehr vor als hätte sie heute morgen noch im heimatlichen Bett geschlafen, mit ihrer Schwester im gemeinsamen Raum im großen Baum von Aldrassil. Sie kam sich vor als wäre sie schon ewig so unterwegs und es behagte ihr nicht schlecht. Und bisher hatte sie ja nur die Heimat belaufen. Wer wusste schon was noch an wunderbaren Gegenden auf sie zukommen würde und welche Abenteuer sie zu bestehen haben würde? Sie summte vor sich hin und malte sich hohe Berge aus, weite Seen, tiefe Wälder, trockene Steppen und Sumpfgebiete. Gegenden die sie aus Erzählungen kannte und noch nie selber gesehen hatte.
Halderoth lag auf dem Rücken und schien eingeschlafen zu sein. Njeri wunderte sich nicht. Wer bei der Hitze den ganzen Tag eine solch schwere Rüstung mit sich rumschleppt musste einfach irgendwann müde werden.
Nachdem sie eine halbe Stunde gewartet hatten, sahen sie in der Ferne die hohen Segel der Fähre am Horizont glänzen und Njeri weckte Halderoth. Das Schiff hatte einen schmalen Bug und kam dadurch schnell voran und wenig später legte es an. Eine laut schwätzende Gemeinschaft von Gnomen wuselte an den beiden vorbei und ging in Richtung Darnassus. Das waren wirklich gar komische Wesen dieses kleine Volk mit den großen Augen und kurzen Beinen!
Sie betraten das Schiff, gaben dem Fährmann ein paar Silber für die Überfahrt und setzten sich auf das Vorderdeck um eine freie Aussicht auf das Meer zu haben. Njeri erzählte Halderoth das sie schon jetzt weiter weg von ihrer Heimat sei als jemals zuvor. Bis zum Steg war sie schon früher gekommen. Das Schiff hatte sie noch nie betreten und einen Greifen oder Hypogryphen war sie noch nie geflogen. Sie habe noch nie das Meer befahren, erzählte sie Halderoth. Dann schwiegen beide wieder und Njeris Blick schweifte ab in die Ferne. Die nachmittägliche Sonne brach sich auf dem Wasser und betonte die sanften Wellen die sich am Strand brachen. Tief im Wasser schwamm ein riesiger Fischschwarm und auf dem Mast über ihr saß eine Möwe und kreischte vor sich hin.
Außer den beiden und dem Fährmann befand sich niemand an Bord und da auch niemand mehr zu kommen schien legte das Schiff nach einer Weile ab. Die Segel spannten sich mit einem lauten Knall als das Schiff sich in den Wind drehte und Fahrt aufnahm. Die Gischt spritzte auf und bald entfernte sich die Küste Teldrassils immer weiter. Am Horizont erschienen dunkle Flecken die größer wurden. Die Fahrt dauerte nicht lange und die Küste Darkshores bildete sich heraus und immer mehr Details wurden sichtbar. Häuser, ein langer, dreiarmiger Steg der teilweise überdacht war, eine Greifenplattform und dichter dunkler Wald dahinter. Weißer Strand trennte die Bäume vom Meer. Darkshore war ein dunkles Land. Es war weder freundlich noch einladend, denn das Böse hatte seine Küsten schon erreicht auch wenn die Bewohner standhielten. Aus Geschichten wusste Njeri das es hier einst viele elfische Heiligtümer gegeben hatte die nun nur noch Ruinen waren. Von Nagas, Grellkin und verfluchten Geistwesen überlaufen, traute sich kaum noch jemand hinein. Furbolgs bewohnten diese Wälder die immer wieder die Bewohner überfielen und sich immer weiter ausbreiteten. Die Tiere dieses Landes waren feindlich gesinnt gegen alles was in ihr Revier einzudringen wagte. Alles in allem kein schöner Fleck Land um sich niederzulassen, dachte Njeri bei sich.
Nachdem das Schiff angelegt hatte und sie den langen Steg hinunter zum Gasthaus beschritten, überlegten die beiden Reisenden was als nächstes Geschehen sollte. Sie einigten sich noch gemeinsam das Abendessen zu sich zu nehmen und am nächsten Tag erst aufzubrechen. Der nachmittag ging in den Abend über und der Wald wurde zu gefährlich um ihn allein zu durchqueren.
Sie nahmen sich Zimmer und der Wirt brachte ihnen ein Mahl hinauf. Es bestand aus vielerlei Früchten des Meeres, frischgebackenes Brot war ebenfalls dabei sowie 2 Flaschen tiefroten Weins. Sie setzten sich zusammen und erzählten bis in die Nacht hinein. Vor dem Fenster rauschte das Meer und die Räume waren sehr behaglich. Viele Kerzen erhellten das Zimmer und ließen das Gasthaus wohnlich und gemütlich wirken obwohl es in einer so feindlichen Gegend stand. Njeri schrieb einen Brief an ihre Schwester und Halderoth schrieb an einem Brief für Armon und Khórik den er Njeri mitgeben wollte. Als Empfehlungsschreiben falls sie es gebrauchen konnte. Nachdem sie die Kerzen gelöscht hatten, zog ein Sturm vom Meer auf und Regen peitschte gegen Wände und Fenster. Njeri lauschte dem Geschehen draußen und befürchtete das ihre Weiterfahrt gefährdet sei durch das Unwetter. Irgendwann konnte sie dennoch einschlafen und als sie am nächsten Morgen erwachte und aus dem Fenster schaute war die Welt dort draußen hell und klar. Sie sah wie reingewaschen aus und die Sonne strahlte über einem blauen Himmel. Der Wind schien für ein paar Stunden die Wolken vertrieben zu haben die sonst über Darkshore hingen.
Halderoth und Njeri frühstückten noch gemeinsam und als es Zeit zum aufbrechen wurde umarmten sie sich kurz.
"Ich freue mich, dich bald als eine der unseren wiederzusehen. Und grüß mir die Gefährten die du triffst. Ich weiß nicht wann genau ich wieder in Ironforge eintreffen werde aber ich denke das wir uns spätestens zu einer der halbjährlichen Versammlung wiedersehen werden. Pass auf dich auf, bleibe auf den Wegen in unbekannten Gebieten und gehe schnurstracks durch Sumpf, Berg und Tal nach Ironforge. Nimm diesen Bief hier mit für Armon. wenn er eine Bestätigung oder sowas braucht um dich aufzunehmen - hier ist die" Er gab ihr den Brief und drückte sie nocheinmal kräftig nach Menschenart.
"Ich danke dir für deine Ratschläge. Und ich wünsche dir viel Glück und eine kräftige Hand auf deinen Wegen. Auf das man sich bald nochmal über den Weg läuft." zwinkerte Njeri. Und damit trennten sie sich. Njeri ging auf den Steg zurück und Halderoth wante sich in Richtung Straße die ihn ins südliche Ashenvale führen würde. Das letzte was Njeri von ihm hörte war ein leises fluchen weil die Greifenmeisterin ihm keinen Greifen geliehen hatte und er nun zu Fuß weit zu laufen hatte.
An der Kreuzung des Steges blieb Njeri stehen. Der rechte Arm würde sie in die Heimat zurückbringen. Der linke führte nach Menethil. Aber sie zögerte nicht lange und betrat den linken Arm wo ein großes Schiff vor Anker lag. Die Überfahrt würde einige Tage benötigen und es waren viele Leute an Bord. Sie zahlte ihre Überfahrt und genoß die vielen neuen Gerüche und gleißenden Rüstungen die sie um sich herum sah. Mächtige Krieger mit tiefen Narben, zarten Elfen in Stoffgewändern mit großen Stäben und dicke Zwerge mit langen Bärten waren allenthalben zu sehen. Unterdecks befanden sich Verwundete die in die Heimat gebracht wurden. Das Schiff legte ab und begab sich auf die lange Reise auf den anderen Kontinent.
Das große Meer und der Hafen von Menethil
Das Wetter war größtenteils schön. Ab und an kam ein wenig Wind auf und Regen peitschte über das Deck, aber von großen Stürmen waren sie verschont geblieben und meistens schien die Sonne.
Nach dem das Schiff abgelegt und die Segel gerichtet hatte wurde der Hafen von Auberdine schnell immer kleiner und war irgendwann ganz aus dem Blick verschwunden. Das Meer umgab die Reisenden nun ganz. Der Horizont war eine gerade Linie und um sie herum war nur Wasser. Alles in allem war es eine lustige gemeinschaft auf dem Schiff. Viele Leute reisten mit die sich alle sehr unterschieden. Einige, ähnlich wie Njeri selber, schlicht gekleidet andere wieder hatten entweder Platten oder Kettenrüstung an und sahen aus als kämen sie frisch aus dem Kampf. Die Verwundeten Unterdecks kamen vom Schlachtfeld nahe der Warsongschlucht. Es lag genau zwischen dem Brachland und Ashenvale. Zwei angrenzende Territorien wobei eines besetzt war von der Horde und das andere von der Allianz. Njeri unterhielt sich viel mit den anderen Reisenden. Sie erfuhr viel über die Welt außerhalb Teldrassils. Soviel das ihr der Kopf schwirrte. Es war zu wenig Platz um einmal richtig Ruhe von dem anhaltenden Geplapper zu bekommen aber sie konnte zu den Verwundeten ins Unterdeck fliehen. Dort war es immer still. Sie half den Ärzten die dabei waren sich um die Verletzten zu kümmern, legte Verbände an und heilte mit ihren druidischen Kräften alles was sie konnte. Viele Wunden allerdings waren nicht direkt sichtbar und auch für sie nicht heilbar. Sie zeigten sich in den Augen, im Zittern der Hände und bei den zuckenden Lippen. Angst war es. Todesangst und viele die einst Helden waren kehrten innerlich verletzt in die Heimat zurück und würden wohl nie wieder ein Schlachtfeld betreten. Der Anblick dieser derart verschreckten Geschöpfe machte Njeri unsicher. Die meisten die dort lagen und sich langsam erholten waren allerdings tapfere junge Männer und Frauen und auch ein paar ältere Veteranen die ihr gesamtes Leben auf den Schlachtfeldern dieser Welt verbacht hatten. Des Abends erzählten sie schon einmal lustige, schaurige und heldenhafte Geschichten. Die Zuhörer wurden abend für abend mehr und auch die ängstlichen Blicke der anderen wurden langsam ruhiger und fanden ein wenig von ihrem verlorenen Frieden zurück.
Am 10. Tag nach ihrer Abfahrt aus Auberdine hörten sie den ersten Maat von Deck rufen:"Land in Sicht. Wir nähern uns den Östlichen Königreichen." Nach diesen Worten entstand großer Trubel auf dem Schiff. Alle suchten eilig ihre habseligkeiten zusammen und versuchten so bald wie möglich an Deck zu kommen. Dort warteten auch schon die Reittiere die die Überfahrt in einem anderen Teil des Schiffes verbracht hatten. Einige Besitzer saßen auf und warteten das das Schiff anlegte. Aus dem inneren des Stalls hörte man ein spucken und stottern und ein komischer Geruch nach Qualm drang heraus. Auf einmal erschien ein kleiner Gnom mit rosa Haaren der sich während der Überfahrt als sehr still gezeigt hatte mit einem sehr komischen Etwas am Zügel. Das was da so spratzelte und stank war ein metallener Vogel der aussah als wäre er mehr schlecht als recht zusammengebastelt. Er wippte immer auf und ab und ab und an knallte es was bewirkte das der Vogel kurz aufhüpfte als hätte er Schluckauf und aus seinem "Gefieder" am hinteren Ende ein richtig dichter Stoß dunklen Qualms entwich. Einige Leute fingen an zu kichern, andere husteten weil sie genau in den Qualmwolken standen. Der Gnom schimpfte mit piepsiger Stimme:"Verdammt immer dasselbe! Das ist ein ROBOSCHREITER! Habt ihr noch nie die Beweise der enormen gnomischen Ingenieurskunst gesehen?! Immer wieder dieses Gekicher ... da kann der ruhigste Gnom aus der Haut fahren." Sein Gesicht färbte sich rot - ob es war weil er wütend war oder weil es ihm peinlich war konnte niemand so genau sagen, aber unter der roten Farbe zeigte sich ein äußerst wütendes Gesichtchen weswegen alle nun doch mit dem kichern aufhörten.
Der Steg kam in Sicht und Njeri verabschiedete sich von den Leuten mit denen sie am meisten zu tun gehabt hatte. Das Schiff legte an und die Berittenen stürmten mit ihren Säblern, Pferden und Widdern davon. Und der Gnom mit der Stottermaschine hinterher. Die anderen die zu Fuß unterwegs waren folgten gemächlicher. Njeri nutzte die Zeit um sich umzuschauen. Die Luft war klar aber weiter hinten sah sie Nebel wabern. Und wenn der Meereswind eine kurze Pause einlegte konnte sie den Sumpf riechen der sich hinter den Toren Menethils erstrecken musste wie sie aus Erzählungen wusste. Auch Menethil selber sah aus als wäre es aus dem sumpfigen Boden gezogen wordem. Die Bäume waren moosbewachsen, das Gras mehr braun als grün und die Erde sehr dunkel. Aber die Sonne schien und alle sah freundlich aus. Angler standen am Steg, weiter vorne war das Gasthaus des Ortes zu sehen und viele Leute stromerten durch die Gegend. Matrosen, Frauen mit Brot, Männer die aussahen wie Piraten. Letztere beäugten die Neuangekommenen neugierig aber auch Menethil hatte Wachen und so würde wohl nichts geschehen.
Njeri war vertieft in die Betrachtung der Fachwerkhäuser als sie auf einmal ein lautes Horn erschallen hörte. Ein zweites gesellte sich hinzu und dann auch noch ein drittes. Aus dem gasthaus kamen Wachen gestürmt und liefen Richtung Tor. Einige banden sich gerade ihre Schwertscheide wieder um oder rissen sich eine Axt vom Rücken. Die Neuankömmlinge betrachteten die Szene und viele von Ihnen stürmten den Wachen hinterher - sich ebenfalls bewaffnent. Njeri fragte sich was da los sei und folgte langsamer. Als sie um die Burg herum war sah sie was los war. Eine Gruppe Hordler hatte sich vor dem Tor versammelt und schlug grölend auf ihre Schilde. Wortfetzen flogen herüber die Njeri aber nicht verstand. Auf einmal flog ein Pfeil und traf eine Wache tödlich in den Hals. Dieser brach zusammen und ein tiefe Stille breitete sich aus. Plötzlich fingen beide Seiten an zu schreien und rannten aufeinander zu. Bald waren sie miteinander verkeilt und man konnte weder Freund noch Feind direkt ausmachen. Njeri stand mit offenem Mund und konnte sich nicht bewegen. Star vor Schreck war sie. Dort ging ein Ork nieder, eine riesige Zwergenaxt in der Stirn steckend, die Augen gen Himmel verdreht. Ein Magier der Menschen lief hinter die schützenden Mauern zurück - er hatte einen Pfeil im Arm stecken.
Auf einmal wurde Njeri angerempelt und ein Druide stürmte an ihr vorbei. Er positionierte sich hinter den Kämpfenden und hob die Arme. Ein Krieger weiter vorne der mit dem nächsten Steich erledigt gewesen wäre richtete sich wieder auf als die heilende kraft der Natur ihn erreichte und erledigte den Schurken vor ihm mit einem Schlag.
Dieser Anblick weckte Njeri auf und sie besann sich auf das Gelernte. Sie streckte sich kurz, flüsterte die Formel und half dem Druiden die Kämpfer am Leben zu halten. Mittlerweile hatten sich noch eine Priesterin zu Ihnen gesellt und auch ein Paladin kam von der Front zurück und fing an zu heilen.
Es wurde hart gekämpft. Auch die Horde hatte Heiler und es war ein langer Kampf. Die Magier kämpften mit Feuer und Eis gegen die Belagerer, Jäger standen auf den Mauern und ließen einen unerbittlichen Pfeilhagel auf die Gegner niederfliegen. Hexenmeister riefen ihre Dämonen zu Hilfe und die Krieger und Paladine boten - gewandet in Platte - den Gegnern in vorderster Front die Stirn. Viele wurden verwundet, einige getötet aber die Allianz gewann die Überhand und die Reste des hordischen Trupps traten fluchtartig den Rückzug an. Die Alliierten jubelten und riefen ihnen Flüche hinterher. Njeri und die anderen Heiler versorgten die Verwundeten und die Kämpfer lösten sich langsam aber sicher auf.
Als alles so gut als möglich versorgt war und die Ärzte und Wachen sich der Verletzten angenommen hatten wurde es endlich ganz ruhig. Der Kampf hatte frühmorgens begonnen und nun war es Mittag. Njeri setzte sich und lehnte sich mit dem Rücken erschöpft an die Mauer der Burg. Ihre Gefühle waren sehr gemischt. Aufgeputscht vom Kampf war es genau das was sie wollte. Andererseits hatte es sie erschreckt. Soviel Tod, soviel Blut. Vergossen auf fremden Boden weit von Heimat und Familie. Und Blut würde immer wieder neu mit Blut bezahlt werden müssen in diesem ewigen Kampf um die Territorien auf dieser Erde. Immer wieder würde neues Blut die Erde tränken und rot färben. Und trotz allem war sich Njeri sicher das sie treu zur Allianz halten würde und zu ihrem Elfenvolk. Das sie immer alles in ihrer Macht stehende tuen wolle um die Ihren zu beschützen. Als sie ein wenig zur ruhe gekommen war merkte sie das ihr das Bein weh tat. Ihr Gewand hatte einen Riss unter dem man Blut sah. Als sie ihr Kleid hochzog sah sie das sie eine Streifwunde an der Wade hatte die aber schon zu bluten aufgehört hatte. Sie nahm ein Stück Leinen aus ihrem rucksack und legte sich einen Verband an. Sie dachte bei sich:"Die Zeit der schönen Stoffe scheint vorbei. Das gute Kleid ist ruiniert. Ich habe meinen ersten Kampf hinter mir." Sie griff tiefer in den Rucksack und fühlte kühles Leder an ihren Fingerspitzen. Ihre Kampfausrüstung. Sie begab sich ins Gasthaus und fragte nach einem Raum zum waschen und umkleiden. Der Wirt wies auf eine große Tür und als Njeri sie öffnete sah sie ein großes Zimmer in dem mehrere Frauen sich umzogen, wuschen oder ein Nickerchen hielten. Njeri holte ihre Lederrüstung aus dem Rucksack und betrachtete sie. Wams, Hose, Armschienen, Handschuhe, Schulterpolster, Stiefel. Etwas weiches schien dazwischen zu liegen und als sie es rauszog sah sie das es ein Wappenrock war. Der Wappenrock ihrer Mutter. Der Wappenrock von Dráconis. weiße Klaue auf schwarzem Grund. Sie streichelte den Stoff legte ihn dann aber in den Rucksack zurück und zog sich um.
Als sie wieder vor die Tür trat hatte sie einen Umhang auf den Schultern liegen und den Stab ihrer Mutter in einem Gehänge auf dem Rücken. Die weichen Schuhe hatte sie gegen ihre Stiefel eingetauscht und die Schulterpolster fühlten sich schwer an und drückten auf ihren Schultern. Sie atmete durch und ging Richtung Tor. Die Rüstung fühlte sich ungewohnt an aber mit jedem Schritt verging dieses Gefühl. Sie ging über eine breite Brücke und stand auf einem schmalen, gepflasterten Pfad der sie sicher durch den Sumpf bringen würde. Bis zum abend wollte sie das Gebirge erreichen in dessen Mitte sich die Hauptstadt der Zwerge erheben würde. Ironforge.
Durch Sumpf und Berg
Je tiefer Njeri in die Sümpfe wanderte desto stickiger wurde die Luft. Nebel lag über den Tümpeln jenseits der Straße und die Sonne versuchte durch eine dicke Wolkenschicht die feuchte Erde zu erreichen was ihr kaum gelang. Nur ihre Korona schien durch die Wolken und vermochte nichtmal zu blenden wenn man hineinsah. Die Luft roch nach moorigem Wasser, faulender Rinde und nasser Erde und die Steine der halbbefestigten Straße waren glitschig.
Viel Leben schien es in dieser ungastlichen Gegend zu geben. Die Luft war erfüllt vom Gezirpe der Grillen, ab und an hörte man ein Rascheln im Laub unter den Mangrovenbäumen und dann platschte es mal wieder von einem der Tümpel und Wasserarme. Weiter als die nächsten geräusche, hörte man allerdings nichts. Der Nebel verschluckte alles. Hier wimmelte es von Krokodilen und obwohl die Wege sicher schienen hatte Njeri schon öfters einen Haken schlagen müssen damit sie diese großen Tiere nicht aufschreckte und auf sie aufmerksam machte. Von Zeit zu Zeit sah sie tiefer im Sumpf ein Gnoll oder Murloc Lager und auch eine Patrouille Orks (die alles und jeden angriffen ob Mensch oder Troll) war ihr schon über den Weg gelaufen. Aber es war eine ruhige und relativ friedliche Stimmung. Alles schien zu ruhen in der stickigen Luft des warmen Nachmittags. Njeri war jedoch auf der Hut denn man konnte ja nie wissen ob nicht noch ein paar marodierende Hordler an den Wegen lauerten und Rache für den fehlgeschlagenen Übergriff suchten.
Sie kam an einer Kreuzung vorbei an der ein Schlafender Gobblin in seinem Zelt lag. Er schien fahrender Händler zu sein. Aber da Njeri von Gobblins allgemein nicht allzu viel hielt und dieser hier wie ein ganz verschlagener aussah, ließ sie ihn dort wo er war weiter schlummern und ging weiter ihres Weges. Ab und an hörte man Waffengeklirr aus dem Sumpf oder das einschlagen von Geschossen jedweder Art. Njeri zuckte dann regelmäßgi zusammen, beruhigte sich aber schnell wieder als sie einmal eine Gruppe Allianzler aus dem Nebel hervorkommen sah. Einer von ihnen trug Gnollköpfe auf dem Rücken und da wusste sie das es fahrende Helden waren die sich ihr täglich Brot verdienten indem sie für die Bewohner der Länder arbeiteten und dafür belohnt wurden. .
Langsam aber stetig stieg der Weg an auf dem sie Richtung Ironforge wanderte. Die Luft wurde klarer und auch ein klein wenig kühler und als der Nebel sich nach und nach lichtete wurde immer mehr von einer gewaltigen Bergkette sichtbar. Die Gipfel waren weiß bedeckt und über ihnen strahlte die spätnachmittägliche Sonne in einem strahlend blauen Himmel. Die Straße führte Njeri in einen Tunnel hinein der unter den ersten Ausläufern des Gebirges hindurch führte. Alle paar Meter standen riesige Kohlepfannen links und rechts an den Wänden die aus dem puren Stein herausgehauen waren. Boden und Stützbögen dagegen waren aus buntem Stein. Er war glatt poliert und schien teuer zu sein. Runen und fremde Zeichen waren mit roten Steinen in gelbe Steine eingelassen und auch der Boden war derart verziert. Die Feuerpfannen waren fein geschmiedet und Njeri musste nun doch das Geschick der Zwerge bewundern die solche feinen handwerklichen Gegenstände zuwege brachten. Denn sie hatte das Territorium der kleinen stämmigen Wesen mit den langen Bärten betreten als sie ihren ersten Fuß in diesen Tunnel setzte. Laut ihrer Karte war das der Pass von Dun Algaz und er führte immer weiter in die Höhe. Dreimal verließ sie die Tunnel durch den Berg und wanderte ein kleines Stück unter dem Himmel bis sie den nächsten Tunnel betrat. Die Luft wurde immer kälter. Die Feuer spendeten zwar Wärme aber dennoch nicht genug. Als sie aus dem zweiten Tunnel ins freie trat stand sie bereits im Schnee. Es war bitter kalt und Njeri zog alles an was sie in ihrem Rucksack finden konnte (bis auf den Wappenrock). War ihr im Sumpfland stellenweise zu heiß gewesen, fror sie nun bitterlich. Als sie dem letzten Tunnel näher kam sah sie das dieser bereits sich wieder in die tiefe neigte. Sie stieg ab! Es würde wieder wärmer werden! Aber als sie auch den hinter sich gelassen hatte und in einem engen Tal auskam wurde sie enttäuscht. Es war bei weitem nicht so kalt wie auf dem Gipfel aber leider auch nicht so warm das ihre Lederrüstung und ihr Sommermantel gereicht hätten. Weiße Wolken kamen ihr beim Atmen aus Mund und Nase und sie zitterte am ganzen Leib trotz der anstrengenden Wanderung. Ein Stück vor sich sah sie einen Wachturm und ging auf ihn zu. Mittlerweile zog der Abend herauf und sie brauchte eine Nacht im warmen. Die Zwerge - die wohl durchreisendes Volk gewohnt waren und dementsprechend umgägnlich - wiesen ihr einen Raum unter der Erde. Hier lagen mehrere Gastzimmer und es war auch hier eiskalt. Njeri stand mit großen Augen in der Tür und fing an an der Gastfreundschaft der Zwerge zu zweifeln. Ihr kamen Gedanken an die alte Feindschaft und sie überlegte ob diese kleinen, bärtigen Männer wohl gerne eine gefrorene Elfe zum Abendessen verspeisen wollten. Aber da kam schon einer von ihnen die Stiege hinunter und ging mit einer Fackel zu einem riesigen Kamin den Njeri erst gar nicht gesehen hatte. Die Holzscheite flammten auf und eine wohlige Wärme entstand langsam und vertrieb die Kälte. Aus einem feinbearbeiteten Holzschrank holte der Zwerg Wolldecken und Felle und legte sie aufs Bett. Ein anderer kam herein und brachte Met und eine dampfend-heiße Brühe mit Fleischstücken herein, dazu ein Laib Brot. Njeri stand mit offenem Mund da und bedankte sich vielmals für die Hilfe. Die beiden Zwerge verneigten sich tief und wünschten ihr eine ruhige Nacht. Njeri beschlich ein schlechtes Gewissen das sie so von diesem Volk gedacht hatte und setzte sich an den Tisch vor dem Kamin und löffelte ihre Suppe. Da sie sonst nichts zu tun hatte betrachtete sie das Zimmer. Mehrere Hirschfelle bedeckten den Boden und ein paar hingen auch an den Wänden. So speichterte sich die Wärme unter der Erde am besten. Außer Tisch, Stuhl, Bett und Kamin befand sich nicht viel in dem Raum der nur für durchreisende gedacht war. Müde von dem anstrengenden Tag sank sie ins bett und wickelte sich in die Wolldecken und alsbald schlief sie ein.
Am nächsten morgen wurde sie zeitig geweckt, nahm ein Frühstück mit den Wachen des Turms ein und bedankte sich wieder vielmals bei den zwergen. Den beiden vom Vorabend schenkte sie zum Dank das Fläschchen Weidenschnaps das ihre Mutter ihr zur Stärkung in den Rucksack getan hatte. Gerade als Njeri ihren Mantel anzog und gehen wollte, kamen die beiden aus einer Kammer heraus. Brambart - so hieß der eine, Gumdring der andere - trug ein Stück Stoff vor sich her und reichte es Njeri. Sie guckte verdutzt, faltete es auseinander und sah das es ein dicker, gepolsteter Wintermantel war. Die beiden erzählten das ihn mal ein langer Elf hier zurückgelassen hatte und das sie keine Verwendung für einen solchen langen lappen hätten und die junge Elfe ihn ruhig mitnehmen solle. Njeri umarmte beide herzlich und als sie den Turm verließ war sie beiden noch dankbarer als zuvor. Draußen war es dunkel und es schneite heftig.
Sie schlug sich die Kapuze über den Kopf, nahm ihren Stab in die Hand und marschierte los. Den Weg entlang den die beiden Zwerge ihr gewiesen hatten. Ins Hochtal von Dun Morogh.
Dun Morogh und die Sadt des Königs
Njeri zog weiter durch Gebirge. Durch Tunnel und unter freiem Himmel. Der Schneesturm legte sich nach und nach und ab und an schien ein Stück blauer Himmel durch die weiße Wolkendecke. Als sie aus einem besonders langen Tunnel schritt stand sie auf einem Plateau und der Anblick der sich da vor ihr ausbreitete nahm ihr den Atem. Während auf der anderen Seite des Tunnels noch alles wolkenverhangen gewesen war schien hier die Sonne strahlend über ein riesiges Tal welches über und über schneebedeckt war. In der Ferne glitzerte ein gefrorener See in der Sonne, einzelne Tannen waren zu sehen und ab und an erhob sich ein kleiner Hügel. Die Straße wand sich durch diese helle Schneelandschaft. Die Sonne, die warm auf Njeri herunterschien, ließ den Schnee allerorten glitzern. In der Ferne sah man ein Rudel Wölfe vorbeiziehen. Das Hochtal war an den Seiten eingerahmt von den Bergen durch die sie seit gestern gezogen war. was allerdings vor ihr lag konnte sie nur mutmaßen. Das Tal war so riesengroß das das Massiv am westlichen Ende nicht auszumachen war. Als die elfe sich satt gesehen hatte ging sie weiter die Straße entlang. Ein Wegweiser sagte ihr das sie - wenn sie der Straße weiter folgte - auf das Städtchen Kharanos treffen würde. Sie marschierte los und gegen Mittag erreichte sie das verschlafene Dörfchen. Einen Gnom der gerade bei einer "Herde" Roboschreiter stand fragte sie wie sie denn nach Ironforge kommen würde. er schaute sie ein wenig verdutzt an und wies mit dem Finger nach rechts. Njeris Augen folgten dem Fingerzeig und sie prallte ein Stück zurück.
In eine massive Felswand eingelassen sah sie es in der Ferne. Die Stadt der Zwerge. Riesige Zinnen, kleine Fenster im Berg, 2 Statuen mächtiger Könige und ein riesenhaftes Tor waren alles was man von hier sehen konnte. Allerdings glitzerte das Gold in der Sonne mit dem alles verziert war. Njeri bedankte sich bei dem Gnom und marschierte den gewundenen Weg hinauf der auf das Tor zuführte. Selbst vor der Stadt war viel los. Ununterbrochen liefen und ritten Leute an ihr vorbei. Vor dem Tor lieferten sich alle möglichen Leute Duelle. Durch dieses Gewusel und laute Gekämpfe mogelte Njeri sich durch und stand daraufhin direkt vor dem viele Meter hohen Tor. zwei Zwerge aus Stein bewachten es und innen stand ein ebenso großer zwerg und stellte die letzte Mahnung für Feinde dar. Die Waffen hoch erhoben, prächtige Rüstung und grimmige Gesichter in Stein gehauen. Sie schritt weiter durch den breiten Gang und als sie das Ende erreicht hatte schaute sie um die Ecke und das Innere des Berges tat sich vor ihr auf. Als erstes fielen ihr die ganzen Leute auf. Und derer waren es sehr sehr viele. Einige schrien durch die gegend, begrüßten Freunde, boten Waren feil oder saßen einfach nur in der gegend rum. Viele liefen im Eilschritt über den Platz und versuchten sich nicht gegenseitig anzurempeln. Nach und nach erfaßte sie die riesige halle in seinem ganzen Ausmaß. Ein tiefer glühender Graben zog sich quer durch die Halle. Drei brücken führten über ihn hinweg und unten glänzte geschmolzenes Eisen welches scheints dazu da war die Halle zu beheizen. An einer Seite stand der Tresor der Stadt, an der anderen schien ein Auktionshaus zu sein. Dazwischen liefen also die Leute hin und her! Njeri warf einen Blick in das Auktionshaus und war überwältigt wieviele Waren hier feilgeboten wurden. Von edeler Rüstung über gefährliche Waffen bis hin zu Essen und anderen gegenständen sah sie hier alles. Sie stöberte ein wenig herum aber als sie an das bisschen Gold dachte was sie nur in der Tasche hatte, beschloss sie erst wieder zu kommen wenn sie sich etwas davon auch leisten könne.
Viele Geräusche und Gerüche waren um sie herum. Reden, lachen, Hufgeklapper, essen, Feuer und vieles mehr. Untergründig hörte man ein lautes Rauschen und es schien aus einer kleinen Seitentür zu kommen. Neugierig folge sie dem Geräusch und schritt durch die Tür einen engen Gang entlang. Auf einmal befand sie sich in einer noch viel größeren Halle. Hier war es heiß, laut und das andere Ende war kaum auszumachen. Ein lautes Klopfen war zu hören und bald konnte sie ausmachen wo sie sich befand. Die Große Schmiede von Ironforge. Die Namensgeberin dieser Stadt. Aus einem riesigen Bottich der an der Decke hing floss glühende Flüssigkeit in einen unterirdischen Stollen wo sie sich mit einem großen Fluss geschmolzenem Eisen vereinigte. Die Luft flirrte vor Hitze und auf einer Plattform oberhalb des Lavaflusses stand ein riesenhafter Amboss.
Njeri staunte nicht schlecht als sie die Große Schmiede betrachtete. Während ihr eben noch kalt war, trat ihr nun Schweiß auf die Stirn. Sie suchte nach einer Karte und tatsächlich konnte sie eine an einem Durchgang ausmachen. Ironforge war kreisrund in den Berg geschlagen worden. In der Mitte befand sich die Große Schmiede und in einem Nebenraum der Thronsaal von Magni Bronzebeard. Dort war auch der Zugang zu Alt-Ironforge. Dieser war allerdings verschlossen und der Schlüssel wurde vom König selber verwahrt. Reisende hatten ihr davon erzählt. Vier große gewundene Durchgänge führten von der Großen Schmiede wieder in den äußeren Kreis zurück. Dieser Kreis wurde in 6 Teilbereiche unterteilt. Das Militärviertel, das Mystikerviertel, die Halle der Forscher und das Bankenviertel mit dem Auktionshaus und der Bank (in der auch der Tresor von Ironforge untergebracht war. Wieviel Reichtümer darin stecken mussten!), die Tüftlerstadt und das Düstere Viertel.
Nacheinander erkundete Njeri die einzelnen Abschnitte und entdeckte wie unterschiedlich die einzelnen Viertel gestaltet waren. Da der Tag aber zu Neige ging machte sie sich auf die Suche nach einer Unterkunft. Sie wanderte zum Bankenviertel zurück und betrat ein Gasthaus nahe des Mystikerviertels. Es war laut, voll, stickig und warm aber es herrschte eine gute Stimmung. Und der Wirt war entgegen jedes Erwarten äußerst nett. Er teilte ihr mit das er nur einen großen Schlafraum habe den sich mehrere Gäste teilen würden, sie aber dort auch sicher noch ein Eckchen finden würde. Und so bestellte sie sich noch etwas zu essen und einen Humpen Met und machte alsbald das sie zu Bett kam. Die weite Wanderung über Azeroth war anstrengender gewesen als sie sich gedacht hatte und die Erleichterung endlich Ironforge erreicht zu haben war, als hätte ihr jemand eine Last von den Schultern genommen. Bald würde sie die Drachen sehen und wenn das Glück ihr hold war, Seite an Seite mit ihnen kämpfen.
Sie rollte sich auf einer dünne Strohmatte zusammen und wickelte sich in ihren Umhang ein. Der Raum füllte sich nach und nach und trotz Getuschel und Geraschel der anderen Gäste schlummerte sie langsam ein und träumte einen tiefen und - Elune sei Dank! - traumlosen Schlaf.
Ironforge | Die Entscheidung
Als die junge Elfe wach wurde und ihre Augen öffnete schaute sie direkt auf die schmutzigen Socken eines dicken Zwerges auf deren Rand der Name "Whoarrior" eingestickt stand. Sofort wurde sie auch gewahr was genau sie geweckt hatte. Ihr Nachbar hatte sich auf den Rücken gedreht und schnarchte als würde er ganz Teldrassil roden wollen. Genauso viele andere um sie herum. Nur wenige waren schon wach, geschweige denn aufgestanden. Bis auf schnarchen, rascheln und ein paar Huster war nichts zu hören. Von draußen drang das leise rumpeln der Großen Schmiede in den Raum. Njeri beschloss aufzustehen. Einschlafen konnte sie nun eh nicht mehr. Wie weit es bis Tagesanbruch war konnte Sie nicht genau sagen. In Ironforge und gerade in diesem Schlafsaal wäre immer Nacht gewesen. Also schulterte Sie Ihren Rucksack, schnalte sich ihren Stab auf den Rücken und verließ den Schlafsaal. In der Schenke unten lagen einige Zecher mit den Köpfen auf den Tischen und auch der Wirt war hinter seinem Tresen eingenickt.
Vor der Tür war nur ein wenig mehr los. Einige Händler die schon die ersten Geschäfte tätigten oder Bankiers die ihr Geld sortierten bevor der Tag richtig anbrach. Einige Gestalten in Kampfrüstung sah man auch die wohl die Nacht durchgemacht hatten. Njeri ging durch die Hallen auf die Haupttore zu. Hinter den Bergen sah man einen kleinen Schimmer auftauchen. Lange würde es also nicht mehr sein bis es Tag war. Bis viele Leute unterwegs waren. Bis man Mitglieder von Dráconis treffen konnte ...
Njeri beschloss derweil im Auktionshaus vorbei zu schauen und sich ein Bankfach anzumieten um ein paar Sachen aus ihrem Rucksack verstauen zu können. In der Bank angekommen bezahlte sie den Bankier und bekam ein Fach zugewiesen. Ihre Alltagskleidung aus Teldrassil verstaute sie dort und ein, zwei Sachen die sie auf weiteren Reisen nicht brauchen würde. Den Wappenrock der Drachen legte sie obenauf in ihren Rucksack und streichelte noch einmal darüber bevor sie ihren Rucksack wieder verschloss.
Im Auktionshaus füllten sich langsam die Stände der Auktionatoren. Sie stöberte in Stoff und Lederkleidung, schaute sich die glänzenden Plattenrüstungen an die auf Holzfiguren aufgehängt waren. An einem Stand gab es Tränke und allerlei Blumen zu kaufen wofür sich Njeri sehr interessierte da sie in der Heimat gerade angefangen hatte die Alchemie zu studieren. Als sie sich satt gesehen hatte schlenderte sie auf den großen Platz und stellte sich an eine Wand um die Leute zu beobachten. Von einer Händlerin hatte sie sich Brot und Wasser gekauft welches sie nun aß während ihr Blick schweifte. Die halle füllte sich immer mehr mit Leuten aller möglichen Rassen und Waffengattungen. Aber kein einziger trug den Wappenrock der Drachen. Beinahe hätte sie die Hoffnung aufgegeben als ihr ein junger Druide auffiel der ein wenig verloren in der Gegend rumschaute. Er stand mit dem Rücken zu ihr aber sie kannte die Farbe des Rocks. Als er sich umdrehte bewahrheitete sich ihre Vermutung. Ein Druide der Dráconis! Sie versuchte gemäßigten Schrittes auf ihn zuzugehen aber sie hatte Angst das sie ihn im Gewühl verlieren würde. Als sie ihn erreicht hatte verbeugte sie sich vor ihm und sagte:"Gegrüßt seist du, Bruder der Natur. Darf ich eine Frage an dich richten?" Er schaute sie verwirrt an und sagte:"Natürlich, womit kann ich dir helfen?"
Sie erzählte kurz wie sie sich auf Empfehlung ihrer Mutter auf den Weg gemacht hatte die Gemeinschaft der Drachen zu suchen und das sie gerne zu Armon oder Khórik gebracht werden würde. "Kannst du mir helfen?" Der Junge nickte und sagte "Natürlich, und du hast sogar Glück. Viele von uns sind zur Zeit in der Hauptstadt. Selbst Armon ist da. Ich glaub ich weiß sogar wo er heute morgen hinwollte. Folge mir." Er ging vorran. "Ich heiße übrigens Rawen. Und wie ist dein Name?" Njeri stellte sich kurz vor und während sie sich auf die Suche nach Armon machten plauderten sie weiter über die lange Reise die auch Rawen vor nicht allzu langer Zeit auf sich genommen hatte.
Sie betraten das Militärviertel und marschierten schnurgerade auf die große halle der Waffen zu. "Er wollte zu seinem Lehrer und noch ein paar Sachen fragen. Dort werden wir ihn bestimmt finden." Und tatsächlich standen vor den zwergen 2 Gestalten. Ein Elf und ein großer Tiger.
"Warte hier" Rawen ließ sie stehen und ging auf den großgewachsenen Elfen zu und sprach eine Weile mit ihm. Dieser nickte und kam auf Njeri zu.
"Du also bist Njeri. Die Älteste Tochter von Neriell ja? Womit kann ich dir helfen?"
Njeri nickte und erzählte ihm ihre Geschichte wie sie sie auch schon Rawen erzählt hatte. Nun aber zog sie noch den Wappenrock aus ihrem Rucksack und zeigte ihn dem Jäger. Er nahm ihn in die Hand und betrachtete ihn. Er war ein paar Mal geflickt worden, die Farben waren nicht mehr ganz so kräftig und er schien eine Geschichte erzählen zu wollen die lange zurück lag. Eine Vergangenheit die stürmisch und glücklich zugleich gewesen war. Njeri wartete ab während Armon in Gedanken versunken da stand. Aber dann fragte sie: "Herr, nun wollte ich fragen ... nehmt ihr mich in eure Gemeinschaft auf?" Armon nickte bedächtig:"Wollen wir es mal mit dir versuchen. Deine Eltern waren uns immer willkommen und nun sollst du deine Chance haben deinen Eltern alle Ehre zu machen. Knie dich hin dann komme ich besser ran." Er zwinkerte und Njeri kniete verwirrt nieder. Armon hob die Rock in die Höhe und streifte ihn ihr über den Kopf. "Nun bist du eine Druidin der Drachen. Auf Probe zu allererst mal. Wie du dich beweisen kannst werden wir dann sehen. Steh auf und dann zeigt Rawen dir unser Gildenhaus." Njeri vollführte eine kleine Verbeugung vor Armon während Rawen näher kam. Armon verbeugte sich ebenfalls und wante sich wieder seinem Lehrer zu. Rawen und Njeri bewegten sich an das andere Ende der Hallen der Waffen zu. Sie mussten sich durch eine wahre Menschenmenge kämpfen. Es ging auf Mittag zu und hier kam alles an was zu den Schlachtfeldern wollte oder von Ihnen her kam. Der Kampf gegen die Horde schien ein lukratives Geschäft zu sein. Und so wollten einige wohl vor dem dann verdienten Mittagessen noch etwas erreichen. Oder ihre Rache befriedigen. Je nachdem. Sie erreichten ein Haus welches wie viele andere neben ihm einfach in die Felswände geschlagen war. Es hatte eine Fassade aber der Innenteil lag im Gestein. Es hatte Fenster, einen Balkon und 2 Etagen soweit man es von außen sehen konnte. Ein kleines Holzschild welches von den Wänden hing zeigte das Wappen der Drachen. Rawen erzählte von der Gilde und wen sie wohl antreffen würden. Und wirklich, im Raum saßen viele Leute und schliefen noch oder beschäftigten sich mit irgendwas. Zwei Menschen polierten ihre Plattenrüstungen, ein Nachtelf rieb seine langen Dolche mit irgendwas giftig-aussehendem ein, augenscheinlich eine Hexe (denn ein zankender Wichtel saß neben ihr) saß an einem Webrahmen und ein kleiner Gnom saß an der Wand und mixte etwas in komisch aussehenden Phiolen. In einer großen Ecke in der viele Kissen lagen, schliefen einige oder dösten vor sich hin. Einer las in einem Buch.
Rawen stellte sie vor:"Hört mal Leute. Das hier ist die Druidin Njeri und sie gehört ab jetzt zu uns. Gerade hat Armon sie auf Probe aufgenommen weil sie die Tochter einer alten Bekannten ist." Zu Njeri gewandt sagte er:"Hier siehst du ein paar Leute unserer Gilde. Oben im obersten Stock schlafen sicherlich noch ein paar. War eine lange Nacht gestern." Ein paar Namen kannte Sie bereits von Halderoth den sie aber nirgendwo sah. "Die beiden Polierer dahinten sind Golgothor und Dungon, der Herr dahinten mit den gemütlich wirkenden Dolchen ist Tharas, die Besitzerin des fiesen Wichtels ist Tamarra und der Gnom dort hinten ist Zensus." Es fielen noch viele andere Namen und auch Khórik war unter ihnen (er schlief tief und fest und ließ das laute schnarchen der Zwerge hören was sie ja am Morgen schon hatte kennenlernen dürfen). Sie unterhielt sich lange mit den anwesenden. Sie war erst schüchtern aber da man sie so freundlich aufnahm fiel bald alle Scheu von ihr ab. Es wurde ein geselliger nachmittag und abend, man erzählte geschichten und lachte über vergangene Erfahrungen. Djavo der irgendwann den Saal betrat versuchte sich bei allem Weiblichen einzuschmeicheln was aber entweder von gutmütigem Gelächter oder Schimpf quittiert wurde und auch bald aufgegeben wurde.
Während der Gespräche wurde Njeri geraten in ihre Heimat zurück zu kehren, ihrem Land zu helfen und ihre Fähigkeiten überall in Azeroth zu verbessern. So hatte es jeder von ihnen gemacht. Viele unter den Gefährten hatten auch noch nicht den höchsten Grad ihrer Ausbildung abgeschlossen aber alle hatten das Ziel es zu schaffen. Wenn sie alle es geschafft hatten lagen große Ziele vor ihnen. Soviel verrieten sie der jungen Druidin. Mächtige Gegner, große Schätze und Ruhm würden kommen.
An diesem Abend ging Njeri aufgekratzt und doch sehr müde ins Bett. Diese Nacht schlief sie bei ihren neuen Gefährten bevor es bei Tagesanbruch losgehen sollte. Und kurz bevor sie einschlief fiel ihr noch auf das ihr Traum - ihr ewiger Begleiter - sie nicht mehr heimgesucht hatte ...
"Der Zusammenschluß - Delibrium Dráconis"
Die große weite Welt
Viel Zeit zog ins Land. Und Njeri immer mit ihr mit. Zunächst wandte sie sich wieder in ihre Heimat. Sie quartierte sich für einige Zeit im düsteren Darkshore ein und half ihren Landsleuten ihre Heimat zu verteidigen. In der Zeit hatte sie viel Kontakt zu ihrer Familie und ihre kleine Schwester besuchte sie oft. Ihre Ausbildung schritt stetig voran und irgendwann musste sie weiterziehen. Im Süden lag Ashenvale wohin sie als nächstes ihre Schritte lenkte. Ein wunderschöner Wald, bewohnt von Nachtelfen. Allerdings so nah am Brachland das es oft zu Zwischenfällen kam. Astranaar - ein großer Ort in Ashenvale - wurde oft belagert und immer wieder spielten sich harte Gefechte ab. Deswegen blieb Njeri nicht lange dort denn sie wollte ungestört mit ihrer Ausbildung fortfahren. Denn wie ihre Gildengefährten wollte sie den höchsten Grad erreichen und mit Ihnen gegen die großen Gefahren der Welt in die Schlacht ziehen. Und so führten ihre Wege in viele Länder dieser Welt. Das Sumpfland, feucht neblig und wild. Duskwood, morbide und düster. Das weite Arathihochland mit seinen hohen Bergen und grünen Wiesen. Strangelthorn, die grüne Hölle Azeroths in der es vor wilden Tieren, Piraten und der Horde wimmelte. Die feuchte Hitze flirrte zwischen den hohen Palmen und erhitzte die Gemüter so sehr das auch hier viele Gefechte zwischen Allianz und Horde ausgetragen wurden. Hier erhielt Njeri auch ihren ersten Militärischen Rang im Dienste der Allianz, hier bekam sie ihren geliebten Reittiger den sie sich mithilfe von Halderoth und Ragnarak erarbeitet hatte. Ödlande, Desolace, die Sengende Schlucht mit dem gewaltigen Blackrock und die brennende Steppe auf der anderen Seite des riesigen Vulkans. Die von der Seuche verheerten Pestländer und Herrschaftsgebiet von Untoten. Hier sah es aus wie in Njeris Traum. Sie erinnerte sich gut daran. Obwohl er sie nie wieder heimgesucht hatte.
Der Zusammenschluss
Sie strebte so langsam dem höchsten Grad ihrer Ausbildung zu als Gerüchte aufkamen das sich die Drachen mit einer anderen Gilde zusammenschließen würden. Und eines Tages war es soweit. Eine große Versammlung wurde einberufen in der Armon und Khórik von ihrem Vorhaben erzählten. Die meisten von Ihnen die hier im Versammlungsraum in Ironforge versammelt waren hatten gemischte Gefühle. Wie würde es werden mit sovielen anderen? Würde es die Gilde spalten? Waren die anderen den Drachen gleich oder waren sie so anders das man sich nicht vertragen würden? Viele Fragen wurden diskutiert aber die Anführer blieben bei ihrer Entscheidung und so wurde die Fusion durchgeführt. Die Rollen wurden neu verteilt, neue Offiziere ernannt, die Gildenleitung bestand nun aus 3 Männern - Armon, Khórik und Nupermann und ihr neuer Name war Delibrium Dráconis - das Heiligtum der Drachen.
to be continued ...
| Sonja | Nov 01 2008 3:50 PM |
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