WOW | Weihnachten in Azeroth
Der Morgen war erfüllt von Ruhe. Man hörte nichts. Kein Vogel zwitscherte auf den Bäumen, im Unterholz war kein Rascheln zu hören. Aber es war keine beunruhigende Stille. Jeder Frühaufsteher konnte es sehen, hören und riechen. Und vor allem fühlen. Von der fernen Exodar bis ins ruhige Darnassus. Vom erfüllten Ironforge bis hin ins stolze Stormwind. Überall bot sich dasselbe Bild. Über Nacht schien Azeroth überzuckert zu sein. In fast jedem Land dieser Welt lag eine weiße Schicht über allem und dämpfte alle Geräusche, ließ alles ein wenig leiser werden. Und große Flocken fielen immer noch von dem hellweißen Himmel.
Die Kämpfer die sich für morgendliche Duelle vor den Stadttoren überall auf der Welt sammeln wollten ließen ihre Waffen sinken. Das hatte es schon lange nicht mehr gegeben. Das sagte einem das leise Getuschel welches man hörte. Schnee am Weihnachtsmorgen! Und das nicht nur im ewig verschneiten Dun Morogh, sondern überall. Zitternde Gestalten holten wärmende Mäntel hervor, zündeten Feuer an um sich aufzuwärmen während sie draußen die glitzernde Pracht bestaunten. War nun vielleicht doch die Zeit gekommen einen Tag im Jahr Frieden mit allem zu halten? Allen schien es zumindest so. Seit geraumer Zeit schmückten verzierte Bäume die Hauptstädte und Gasthäuser dieser Welt aber selbst die buntesten Lichter konnten niemanden zum Einhalten bringen. Nur der Schnee hatte es geschafft. viele waren versammelt an so mancherlei Orten. Aber niemand durchbrach die Ruhe mit Lärm oder Waffengeklirr. Die Hauptstädte waren leergefegt denn alle hielten sich draußen auf. Hier und da lugte blauer Himmel durch die dicken Schneewolken und ließen einen Strahl Sonne auf die Erde scheinen der den Schnee zum glitzern und glänzen brachte wie tausende von Diamanten.
Ein paar Wirte verschwanden wieder im innern Ihrer Häuser. Heute wollten sie großmütig sein und setzten viele warme Getränke an für die Leute. Es roch nach Met, Kakao, Wein. Ein paar hatten sogar ihre Vorratsräume leergemacht und ganze Stiere drehten sich über großen Feuern. Allen war irgendwie nach Feiern zumute. Gegen abend füllten sich die großen Hallen wieder. Angelockt von den guten Düften kehrten alle Streuner wieder heim, hungrig geworden von der kälte und dem spazierengehen durch die Winterlandschaft.
Doch auf einmal stockten die Wanderer. Etwas war anders. Nicht nur die Gerüche hatten sich geändert sondern unter den geschmückten weihnachtsbäumen lagen viele bunte Pakete, manche groß, manche klein und alle in den lustigsten Farben. Die Frage machte sich breit wie die Pakete dahin gekommen sein könnten. Die Wirte - die ja früher da gewesen waren - konnten keine Antwort geben und schüttelten nur verwirrt den Kopf.
Bei näherer Betrachtung konnte man sehen das jedes Päckchen mit einem Namen versehen war. Und so begann der Ansturm auf die Geschenke. Jeder der seins gefunden hatte ging ein wenig abseits um es sich genauer anzuschauen. Die gespräche in der Halle wurden immer lauter. Erfreute Ausrufe erfüllten die Mauern und das Rascheln von Papier. Jeder hatte etwas bekommen. Etwas Schönes, etwas nützliches, etwas für den Magen, für das Herz, ein neues Schwert, eine wunderschöne Robe. Die Vielfalt an Geschenken war kaum zu fassen und jedem glitzerten die Augen wie der Schnee draußen in der längst untergegangenen Sonne.
Und so wurde Weihnachten gefeiert. Es wurde gegessen und getrunken, alle saßen beisammen und Feindschaft gab es an diesem einen Abend nicht. Und Gerüchte besagten das es auch in der Hordestädten nicht anders gewesen war.
Lichter aus den Städten und Dörfern überall in Azeroth beleuchteten die dunkele Nacht draußen und ließen den Schnee wieder glitzern.
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